Urban Fantasy: Going Queer

An dieser wunderbaren Anthologie darf ich mich beteiligen, unter anderem, weil ich selber eine queere Autorin bin. 

(Sie erscheint am 23.10.2021 und wie immer machen viele Vorbestellungen Ranglisten und damit Autoren glücklich.)

Wir wollen zeigen, dass wir – queere Autoren – existieren, dass wir viele sind, dass man uns nicht in Klischees einsortieren kann, und natürlich, dass wir alle verdammt spannende Geschichten erzählen. 

Mein erster Ausflug in die Urban Fantasy! So richtig mit echter Welt und so! (Und Magie, isjaklar) Yay!

… Queer?

Naja, die Geschichte ist nur wenig queer. Beziehungsdinge kommen gar nicht vor. Sexdinge kommen gar nicht vor. Geschlecht kommt vor, allerdings nur die langweiligen zwei. Nähe kommt vor. Aber Nähe gibt es auch bei straights, oder?

Mona, meine potentiell dauergenervte Protagonistin, hat gerade andere Probleme. Vermutlich hat sie meistens andere Probleme. Wahrscheinlich verortet sie das auf dem Ace-Spektrum.

Nur wird das vermutlich niemanden auffallen, der nicht aktiv darüber nachdenkt oder diesen Blog gelesen hat.

Was auch schon etwas Wichtiges über Queerness in unserer Gesellschaft aussagt. 

Sie ist verbreiteter als du glaubst, sie ist unspektukalärer, als du glaubst. 

Bloß weil du es jemanden nicht an der Nasenspitze ansiehst, ist dein Gegenüber nicht automatisch straight. Dir begegnen täglich Queers, ohne, dass du es bemerkst. (Ich war ziemlich überrascht, wie viele und welche Freunde vorsichtig die Hand hoben, als ich mein(e) Coming Out(s) hatte.)

Und bloß weil du nicht fühlst, dich verhältst oder aussiehst wie das Klischee deines Labels, bist du nicht weniger echt.

„Anleitung zum Baumkuscheln für Anfänger (und Wiedereinsteiger)“ 

beschäftigt sich nicht mit meiner Queerness, aber sie ist auf andere Weise sehr persönlich. 

Mona habe ich vor einigen Jahren erschaffen, als Coping Mechanismus, während mir der Brotjob beinahe über den Kopf wuchs. Aus meinem damals oft gedachten Sätzen: „Dieses Projekt ist verflucht. Jeden Tag kommt neue Scheiße nach! Irgendjemand hat um Mitternacht eine schwarze Katze auf dem Grundstück geopfert.  Anders ist das nicht mehr zu erklären.“ wurde die Geschichte einer jungen Landschaftsarchitektin, die genau das laut sagt und als Antwort von ihren Kollegen erhält: „Stimmt. Willst du lernen, wie sowas geht?“

Eine Power-Fantasy, die mich zum Lächeln und Durchhalten brachte, in die ich mich flüchten konnte, selbst wenn mein Kopf den Brotjob nicht loslassen wollte. 

Mona hat ihr Alptraumprojekt inzwischen überlebt, aber einige Narben davongetragen. Wie wir alle, wenn wir anfangen zu lernen, wer wir sind, inklusive der erstmal ungewollten Seiten. 

Ihr trefft Mona hier, wie sie gerade aus den Trümmern ihres alten Lebens klettert.

Und obwohl ich ihre Geschichte ein paar Kollegen geben musste, um zu prüfen, ob ich mich um Kopf und Kragen schreibe, haben Mona und ich nicht mehr viel gemeinsam. Wir sind eher Kolleginnen als Geschwister.

Aber als Kolleginnen kennen wir eine Menge gemeinsamer Insider, die wir uns an Stehtischen bei Orangensaft und Catering-Häppchen gegenseitig zum fünften Mal erzählen. (Während ich unauffällig versuche abzuchecken, ob ihre Queerness zu meiner passt 😉 )

Label?

Oh, hey, ihr wollt das Label Bingo? Ich bin eine demisexuelle femme Lesbe. 

Kauft die Anthologie. Sie ist sehr gut.

Zum Beispiel direkt beim Verlag oder bei amazon

Am Montag (11.10.2021) ab 18.00Uhr stellen die Herausgebenden die ganze Anthologie auf Twitch vor, schaut doch vorbei.

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